Gegen Neonazis: Bad Neuenahr-Ahrweiler will mit Demo Zeichen setzen – Neonazi-Demo fällt aus! Neonazianmelder im Untersuchungshaft! Bitte gemeinsame An- und Abreise nutzen! Achtet auf euch! Infotelefon und EA Telefon sind am 24.3. ab 10 Uhr den ganzen Tag errreichbar! Achtet auf Twitter/Ticker Meldungen!

Bad Neuenahr-Ahrweiler – Die Neonazi-Demo fällt aus, der Anmelder sitzt nach der Razzia im „Braunen Haus“ in U-Haft wie viele seiner Gesinnungsgenossen. Und dennoch oder gerade steht Bad Neuenahr-Ahrweiler davor, ein eindrucksvolles Zeichen zu setzen. 320 Gruppen, Vereine Parteien und Personen des öffentlichen Lebens haben bereits einen Aufruf „Wir für Toleranz und Freiheit“ unterschrieben und lassen viele Teilnehmer bei einer Demo am Samstag erwarten. Die Stadt habe sich auch keine Versäumnisse vorzuwerfen, sagt Bürgermeister Guido Orthen.

Das „braune Haus“ in Bad Neuenahr: Bis zur Razzia in der Szene Treffpunkt von Rechtsradikalen. Hier war auch eine Neonazi-Demo geplant worden, die die Stadt auf den Plan rief und zur eigenen Kundgebung veranlasste. Das „braune Haus“ in Bad Neuenahr: Bis zur Razzia in der Szene Treffpunkt von Rechtsradikalen. Hier war auch eine Neonazi-Demo geplant worden, die die Stadt auf den Plan rief und zur eigenen Kundgebung veranlasste.

Von der Brisanz des 24. März ist einiges genommen, nachdem die von rechtsextremer Seite beantrage Demonstration abgesagt worden ist. „Der Anmelder dieser Veranstaltung wurde im Zusammenhang mit der Großaktion der Polizei gegen Mitglieder der rechten Szene in der vergangenen Woche festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft“, teilte die Kreisverwaltung mit. Genehmigt ist neben der städtischen Kundgebung auch die Demonstration „Keine Straße, keine Stadt, kein Haus für Nazis“, zu der antifaschistische Gruppen im weiten Umkreis aufgerufen haben – unter Auflagen. Die Weinbergstraße mit dem „braunen Haus“ ist in der genehmigten Route nicht enthalten. Verboten ist, Waffen und Uniformen zu tragen oder sich zu vermummen. Die Demonstration beginnt um 13 Uhr am Bahnhof Bad Neuenahr. Die Veranstalter rechnen mit rund 200 Teilnehmern.

Die Zahl von 500 Teilnehmern hat die Kreisstadt in ihrem Antrag für ihre um 14 Uhr beginnende Veranstaltung genannt. Wie viele es Samstag tatsächlich sein werden, vermag Guido Orthen nicht zu sagen. „Der Mobilisierungsgrad ist außerordentlich hoch“, sagt der Kreisstadtbürgermeister, der sich freut, dass der Aufruf „auf sehr großes Interesse stößt“. Der Aufruf richtet sich „gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Diffamierung und Gewalt gegen soziale, kulturelle und andere Minderheiten “. Da viele der Unterzeichner Multiplikatoren seien, sei die mutmaßliche Teilnehmerzahl schwer abzuschätzen. Sollte der Parkplatz hinter dem Rathaus nicht ausreichen, könne man den Versammlungsort in Rücksprache mit der Polizei auf die Rathausstraße ausweiten.

Dort zieht auf dem Rückweg auch die Demonstration her, zu der antifaschistische Gruppen aus Rheinland-Pfalz und NRW aufgerufen haben. Ein Problem sieht Orthen darin nicht. „Wir haben vor niemandem Angst“, versicherte der Kreisstadtbürgermeister. Überhaupt bestehe für überzogene Angst keine Veranlassung. Die Organisatoren der andren Demo kündigen „eine kraftvolle und bunte Demonstration“ an, bei der von ihrer Seite keine Eskalation ausgehen werde.

Quelle: Rhein-Zeitung 23.3.2012 – http://www.rhein-zeitung.de/regionales_artikel,-Neonazis-Bad-Neuenahr-Ahrweiler-will-mit-Demo-Zeichen-setzen-_arid,399581.html